Carl Maria von Weber an Gottfried Weber in Darmstadt
Dresden, Montag, 23. Januar 1826

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Den 17. December im Troubel der Proben, erhielt ich Deinen lieben Brief. Nun ich zurück bin, in Arbeit versunken, und ernstliche Reiseanstalten mache, wird es immer leider wahrer, dass Du wohl schwerlich mit uns die Reise machen wirst*. Vor der Hand nun die Notiz, dass ich den 15t Februar abzureisen gedenke, und in 4 Tagen Frankfurt zu erreichen hoffe, wo ich einen Tag wegen Geldgeschäften bleiben muss. Doch schreibe ich Dir nocheinmal vor meiner Abreise. Mariottinis Abschrift* hat keine Jahreszahl. Unser Kammer-Sänger Miksch besitzt sie. Ich habe mich falsch ausgedrückt, die hiesige Aufführung damals ( – lauter mündliche Notizen – ) geschah nach einer Partitur, von welcher Mariottini seine Abschrift nahm. Diese Stimmen sind noch da, und werden zuweilen gebraucht. Deine Theorie* ist eingekommen und hoffentlich hast du den Beweiss der Königl. Anerkennung schon in Händen*. Möge er Dich freuen. Euryanthe hat, wie ich folgere, in Darmstadt missfallen, denn dass Du Kerl so zerstreut sein solltest mir gar nichts von der Aufführung selbst, sondern nur von der nicht geschehenen Wiederholung zu sprechen, wär doch gar toll*. Nun, ein Darmstädter Durchfall kann schon durch 2 Erfolge wie in Berlin und München curirt werden*.

Auf baldiges Wiedersehen, du altes treues Herz, wo ich Dir viel von Meyerbeer erzählen will, der Bräutigam ist*. Immer in Liebe Dein Weber.

Apparat

Zusammenfassung

bedauert, dass Gottfried Weber ihn nicht auf der Reise begleiten kann; erläutert Reiseplan; betr. Mariottinis Abschrift des Mozartschen Requiems; erwähnt Eintreffen von G. Webers Theorie der Tonsezkunst beim König; erkundigt sich nach Euryanthe-Aufführung in Darmstadt

Incipit

Den 17. December im Troubel der Proben, erhielt ich

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Verbleib unbekannt

    Provenienz

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Anon.: „Eine Reihenfolge von Briefen C. M. v. Webers“ in: Caecilia Bd. 7 (1828), Heft 25, S. 38–39 (Nr. 18)
    • Bollert/Lemke 1978, S. 96–97

    Einzelstellenerläuterung

    • „… uns die Reise machen wirst“Ursprünglich sollte Heinrich Baermann Weber auf seiner Reise nach London begleiten; vgl. Brief von Weber an Baermann vom 16. Mai 1825. Außerdem war Gottfried Weber als weiterer Reisegefährte im Gespräch, was sich jedoch zerschlug; vgl. dazu Brief von Weber an Gottfried Weber vom 3. Februar 1826 sowie ausführlicher Bernhard Maria Heinrich Schneeberger, Die Musikerfamilie Fürstenau: Untersuchungen zu Leben und Werk, Münster und Hamburg 1992, S. 253–262.
    • „… vor meiner Abreise. Mariottinis Abschrift“Von Mozarts Requiem; vgl. Brief von Weber an Gottfried Weber vom 29. November 1825 .
    • „… werden zuweilen gebraucht. Deine Theorie“Versuch einer geordneten Theorie der Tonsezkunst zum Selbstunterricht, mit Anmerkungen für Gelehrtere, Mainz: Schott, Bd. 1–4, 1817–21.
    • „… Königl. Anerkennung schon in Händen“Der sächsische König ließ Gottfried Weber „als Anerkennung seiner Verdienste, namentlich um die Theorie der Tonkunst“ einen „Brillantring von bedeutendem Werthe“ übersenden; vgl. AmZ, Jg. 28, Nr. 29 (19. Juli 1826), Sp. 479.
    • „… sprechen, wär doch gar toll“Erstaufführung der Euryanthe in Darmstadt am 27. November 1825, weitere Vorstellungen 1826: 12. Februar, 5./12. März, 2. April, 28. Mai, 20. August. Zur Premiere vgl. den Bericht in der Didaskalia vom 2./24. Dezember 1825.
    • „… Berlin und München curirt werden“Erstaufführungen der Euryanthe waren in München am 21. Dezember und in Berlin am 23. Dezember 1825.
    • „… erzählen will, der Bräutigam ist“Vgl. dazu Webers Brief an seine Frau Caroline vom 19. Dezember 1825.

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