Franz Anton von Weber an Gottfried Christoph Härtel in Leipzig
München, Mittwoch, 25. Dezember 1799

[…]

Herr Gleissner ist mit seinem sehr geschickten Compagnon nach Offenbach zu Herrn André abgereist, um demselben dorten die an sich gebrachte Kunst und mitgetheilten Geheimnisse der in Stein befindlichen Notenstecherey in Ordnung zu bringen, so viel weiß ich gewiß, daß diese Sache ganz vortrefflich, sehr reinlich und gar leicht mit geringen Kosten zum Stande zu bringen, und ein Mensch kann täglich 5–600 Bogen commode abdrucken; im Falle Dieselben von dieser Arbeit noch nichts sollten gesehen haben, so will auf Dero Verlangen etwas schicken, keiner großen Handlung in der Welt, deucht mir, könnte es vortheilhafter und gewinnreicher seyn, als Dero blühender Handlung bey so großen und wichtigen Geschäften, so Dieselben haben. Sobald ich Dero Gesinnung weiß, und Ihnen hierunter dienen kann, so mache mir ein wahres Vergnügen daraus, von Herrn Gleissner, so ich gut kenne, alle Vortheile des ganzen Werkes Denenselben in einem Aufsatze darzustellen. Kurz! Diese Notenstecherey ist gar keiner Schwierigkeit unterworfen, und allgemein anwendbar und vollkommen, und ganz außerordentlich geschwindt. Ich habe zum Vergnügen schon sehr oft abdrucken gesehen.

[…]

Apparat

Zusammenfassung

Gleißner u. Co seien zu André gereist, um ihn in die Geheimnisse der Lithographie einzuweihen; wenn Härtel interessiert sei, will F.A. ihm einige Bspe. senden und die Vorteile des neuen Verfahrens genau beschreiben

Generalvermerk

Textwiedergabe (Ausschnitt) nach Hase (1917)

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung in 2 Textzeugen

  1. Verbleib unbekannt

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Anonym: "Die Einführung des Steindrucks in Leipzig", in: Deutsches Steindruckgewerbe, Leipzig, Jg. 12, Nr. 4 (15. Februar 1919), S. 26
    • Wagner, Carl: "Carl Maria von Weber und die Lithographie" in: Buch und Schrift, Bd. V (1931)
  2. Hase, Oskar von (Hg.): Breitkopf & Härtel. Gedenkschrift u. Arbeitsbericht. Wiesbaden (5.Aufl. 1968), Bd. 1: 1542–1827, S. 219 (unvollständig)

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