Carl Maria von Weber an Carl August Fesca in Wien (Entwurf)
Hosterwitz, Donnerstag, 2. Juli 1818

An H. Feska in Wien.

Wohlgebohrner Herr!

Es war im Augenblik des Empfanges Ihres Schreibens vom 13t huj: fast mein Wille selbes nicht zu unbeantworten zu laßen und es der Zeit dem Beweis und es im beruhigenden Gefühl meiner inneren Ueberzeugung der Zeit zu überlaßen Ihnen den Beweis zu führen ob ich es wahrhaft redlich mit der Kunst überhaupt und jedem braven Künstler insbesondere meyne, zumal da Sie mir Dinge sagen die nur der sich hochverlezten glaubenden Bruderliebe zu verzeihen sind, und von denen im ersten bittern KränkungsGefühl das sie verursachen man fast zu der wohl eben so harten Vermuthung hingerißen werden könnte daß wer von einem als redlich anerkanten Künstler solch[es] zuzutrauen vermag, wohl auch einen nur durch die Möglichkeit der eigenen Handlungsweise im gleichen Falle so sehen gelernt haben müße*. Glauben Sie nicht daß ich hierdurch gleiches mit Gleichem vergelten wolle, ich bin mir und in Ihnen auch nur ein ähnliches schmerzliches Gefühl erwekken wolle, was ihr Brief – ich leugne es so wenig als ich mich deßen schäme, – mir durch 6 Tage verursacht hat, vielleicht lernen Sie dadurch nur einigermaßen begreiffen wie es Jemand zu Muthe ist der sich des reinsten Willens bewußt gerade deßjenigen beschuldigt wird, was er am meisten haßt.

Wenn ich Ihnen also jezo antworte und das gedrängt vorführe was mich bis jezt nicht zu Erfüllung meines Versprechens komen ließ, so geschieht dieß aus Achtung für das Talent und Künstlerische Streben Ihres Herrn Bruders, und – da ich Sie nicht persönlich kenne – aus Achtung für ihr freundschaftliches Verhältniß zu einem Manne den ich liebe und ehre. H: v: Kleinw: in Prag.      daß ich übrigens die Beruhigung die daraus allenfalls hervorgehen soll, nicht in Ihrer hoffentlich gewendeten Ueberzeugung suche sondern Gott sei Dank in der eigenen Brust trage möge ihnen das als Beweiß dienen, daß ich Sie bitteersuche mir nicht mehr auf diesen Brief zu antworten, indem ich Sie wahrhaft freundlich bitte jede Verweigerung eines Briefes von Ihnen nicht als Beleidigung, sondern wenn Sie wollen als den wohlbegründeten Stolz des redlichen Künstlers anzusehen der weiter keiner Genugthuung bedarf als seiner eigenen innern Ueberzeugung.      Ich vergebe Ihnen von Herzen was Sie mir Wehe gethan haben ich begreiffe es daß Sie so gereizt sein konnten und das ich die Schuld davon trage, indem ich nicht genug berüksichtigte daß Ihnen mehr an dem frühen Erscheinen der Anzeige als dem umfaßenden, Eindringenden und Erschöpfenden derselben lag. Sie haben als Geschäfts und WeltMann recht, Zeit verlohren, viel verlohren. und nun zu dem übrigen.

Zuerst erlauben Sie mir zu bemerken daß mich ihr Vorwurf selbst, zu hoch stellt. Ihr H: Bruder hat, wo nicht fast früher, doch gewiß gleichzeitig mit mir das Vertrauen der Kunstwelt zu erwekken gewußt. zugegeben aber daß man mir Theilnahme geschenkt, so hat sie sich doch wenigstens nicht im schnellen und eifrigen Anzeigen meiner Arbeiten bewiesen. Es ist ein schlechter Trost Andere Gleiches tragen zu sehen, aber ist einer es ist doch einer.

Im Ganzen verfloßnen Jahrgang der M: Z: ist ein einziges meiner Werke angezeigt*. des grösten Theils meiner seit 6 – 7 Jahren erschienenen ist noch keine Erwähnung geschehen, und doch darf ich mich der wahren herzlichen Freundschaft des H: Hofrath Rochlitz, H: Fröhlichs in Würzburg, Gottfried Webers, Prof: Wendts pp rühmen. Woran liegt es also? gewiß an demselben wo es bei mir gelegen. Man will über Dinge die man ehrt, nicht mit flüchtigen Worten absprechen die Tagesbegebenheiten und Lasten, drängen, drükken, man verschiebt – und fürchtet sich wohl am Ende davor eben so wie vor einem Freunde dem man lange nicht geschrieben.       Ich habe dieses in einem Aufsazze über Ihren H: Bruder* wo ich zugleich die Verzögerung meines Versprechens bekenne, öffentlich ausgesprochen, und glaube dadurch der Red: einen Dienst erwiesen zu haben, der sie gegen viele im Grunde gewiß billige Anfoderungen entschuldigt.

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Jeder Stand, jeder Einzelne hat seine eigene Art zu arbeiten.      Sie sind Kaufmann, verzeihen Sie wenn ich glaube daß Sie sich nicht ganz an die Stelle eines arbeitenden Künstlers denken können.      Sie können Sich zu jedem Geschäft eine bestimmte Zeit nehmen, und es dann auch vielleicht oft auch mit Ueberwindung, aber sie können es doch dann. auch zu Stande bringen. So nicht der Künstler, wenigstens ich nicht. Zu der Rezension der Quartetten hätte ich volle 8 Tage Zeit ohne alle andere stöhrende Einwirkung, Zeit wenigstens gebraucht. ich müste mich blos mit ihnen beschäftigen können, um dem Leser der Rezension ein eben so lebendiges Bild wiedergeben zu können als ich es empfieng, und müste ihm die Beweisführendsten Stellen mit strenger zwekdienlicher Auswahl vorführen.      daß ich diese 8 Tage freye Zeit nicht hatte seit dem Augenblikk wo ich die Anzeige übernahm, könnte ich nöthigenfalls Tageweise aus meinem Tagebuche belegen. ich werde Ihnen nur alles Epochenweise anführen, und überlaße es Ihnen das Resultat zu ziehen.

Ich hatte in Prag bey Uebernahme meiner Operndirektion nichts vorgefunden was einen Leitfaden für die Geschäftsführung hätte geben könnenT. die Ansichten die ich von den Pflichten eines Künstlers habe legten mir die Verbindlichkeit auf, meinen Nachfolger nicht eben diese Unordnung finden zu laßen, ich vervollständigte die von mir angefangenen Bücher, Inventarien, Notizen pp aller Art.|: Michaeli 1816 Abgang von Prag :|      Ich wollte hinaus in die Welt ohne alle bestimmte Aussicht, ich muste zunächst dafür sorgen mir Mittel dazu zu verschaffen. Ich war meinem Verleger schon früher bestellte angefangene und bezahlte Arbeiten schuldig*. ich gieng nach Berlin gab kein Concert* um durchaus keine Zeit zu verliehren, arbeitete Tag und Nacht, und war eben fast fertig geworden, als ich den Ruf zu Gründung der deutschen Oper hieher erhielt. |: Januar 1817 :| ich kam hier an, Kampf mit Vorurtheilen, aller Art, Hinderniße für ihre Existenz besorgter Subjekte, das Anknüpfen der Engagements Korrespondenz in alle Theile Deutschlands, die Organisation eines Chores von Grund aus einer Oper, von der es darauf ankam, troz der beschränkten vorhandenen Mittel, dem Hof und Publikum eine günstige Meynung zu verschaffen, was nur durch rastlose Thätigkeit geschehen konnte – – es war eine harte Zeit der Unruhe und Sorge, meine zerrüttete Gesundheit fühlte es. und der Andrang von allen Seiten war so groß daß ich an eigene Arbeiten gar nicht denken konnte, und alle Verbindung mit meinen Freunden aufhörte, von denen ich den Meisten seit Jahr und Tag auch nur ein Lebenszeichen schuldig geblieben bin. Ich hoffte ich Ende Augusts meine Heyrath vollziehen zu können, als ich den Auftrag erhielt eine ital: Kantate zu den VermählungsFeyerlichkeiten unsrer Prinzeßin Marianna zu komponiren. dieß geschah zugleich mit der von Grund aus nothwendigen Einrichtung meiner neuen Wohnung. die Feyerlichkeiten verschoben sich immer weiter und diese Epoche der Ungewißheit und Arbeit Tag und Nacht wird mir unvergeßlich bleiben.

Endlich konnte ich den 30t 8b abreisen d: 4t 9ber knüpfte ich meine Verbindung in Prag und d: 5t schon reißte ich mit meiner Frau ab in FamilienAngelegenheiten nach Mannheim. Sogar auf diese Reise hatte ich die Partituren ihres H: Bruders mitgenomen und neben mir im Wagen liegen um jeden freyen Augenblik zu benüzzen, aber es war unmöglich. Ende December kam ich zurük. Wo eine Last aufgehäufter Arbeit sich vorfand. Meinem König war ich schuldig ein größeres Werk zu liefern, eine Meße zu seinem | Namenstage. Sie wurde vollendet bis zum 8t März 1818 eine Frucht der Nächte, in einer Krisis wo ich mehremal auf dem Punkte stand meinen Abschied zu nehmen. Mein Kollege der KapellMster Morlachi war seit Ende August 1817 auf Urlaub nach Italien gegangen*, alles lag daher auf mir allein. Zahllose Gastrollen drängten sich*, viele DienstCompositionen raubten Zeit, ohne Ausbeute für die Welt zu geben*. da Endlich erschien Herr Berger abermals mit dringendem Verlangen um die Rükgabe, und ich übergab Sie ihm bereits im May. Verabredete mit dem eben anwesenden Hofrath Rochlitz unter welcher Form ich nun über Ihren H: Bruder sprechen wollte, welches ihm noch wirksamer schien als eine detaillirte Rezension, nahm bat und erhielt einen Urlaub zu meiner Erholung auf das Land gehen zu dürfenT und hier erhielt ich denn gleich zum Empfang und Anfang meiner Erholung Ihren Brief. Schließlich erlauben Sie mir noch Ihnen einiges vorzulegen.      Kann ein Mann der 1stens 3 1/4 Jahr eine OpernDirektion führte, ohne eines seiner Werke zu geben* obwohl er alle Mittel dazu in Händen hatte, hingegen Vieles hervorsuchte und hob was kein Andrer so leicht gewagt hätte, – der 2tens seit Jahr und Tag seinem Verleger angefangene Werke schuldig ist*, seit eben so langer Zeit, 3tens seinen besten Freunden todt war, 4tens eine seit einem Jahr in Berlin erwartete Oper nicht anfangen konnte*, wohl blos an sich denken, und Fremdes Talent zu unterdrükken suchen? Ich habe vorsäzlich in Prag und hier noch Nichts von mir aufgeführt um der Welt den sprechendsten Beweis zu geben daß es noch Vorsteher einer Anstalt giebt die Fremdes mit Liebe pflegen und nicht nur immer sich hören wollen, es hat nicht überall bewiesen wie ich schmerzlich fühle.

Inzwischen wiederhole ich es, ich hatte Unrecht etwas zu versprechen von dem ich nicht gewiß wuste daß ich es in bestimter Zeit liefern könnte, und hatte ich es einmal versprochen so muste sich die Zeit finden sie mochte herkommen wo sie wollte, so denken Sie, und Sie haben Recht. ich werde die mir daraus entspringende Lehre nicht vergeßen.      Auf Dank habe ich übrigens nie und nirgends gerechnet, was ich thue, that und thun werde geht aus meiner Pflicht hervor und ihre Erfüllung ist ihr eigener Lohn.

Glauben Sie übrigens daß gegen Ihren würdigen H: Bruder stets dieselbe Achtung ohne die geringste bittere Beymischung in mir lebt, daß ich mich herzlich darauf freue sie ihm hier thätig beweisen zu können, zu welchem Behuf ich ihn nur bitten werde mir kurze Zeit vorher seine Ankunft anzuzeigen. Vielleicht wird die alles tilgende Zeit es dahin bringen daß auch Ihr Anblik mir weniger schmerzlich sein wird, als ich es jezt noch glaube denn ich wiederhole es daß ich billigst ihre Aufgereiztheit begreiffe, und Ihnen daher aufrichtig und ohne Groll mein Lebewohl zurufe.

E. Wohlgebohren
ergebener Diener
C: M: vW:

Editorial

Summary

Entgegnung auf die Anschuldigung, Weber verzögere die Besprechung der Werke seines Bruders Friedrich Ernst Fesca; gute Werke verdienten eine ausführliche Besprechung, wozu er bisher noch keine Zeit gefunden - schildert ausführlich die Gründe seiner Überlastung seit Ende seines Prager Engagements; sichert ihm die höchste Achtung für seinen Bruder zu

Incipit

Es war im Augenblike des Empfanges Ihres Schreibens am 13t

General Remark

Responsibilities

Übertragung
Eveline Bartlitz, Joachim Veit

Provenance

Text Source

Draft: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
Shelf mark: WFN-Handschriftliches VIII, Bl. 61a/r u. v. u. 61b/r

Physical Description

  • 1 DBl. (Format 34,5x21 cm)
  • WZ am unteren Rand schlecht lesbar: MEIER, CHFMNI[?], Kettlinien ca. 2,5–2,8cm
Additional Sources
  • HellS I, S. XXXVII-XLV;
  • BAMZ, Jg. 6, Nr. 14 (4. April 1829), S. 105–108
  • MMW III, S. 192–197 (irrtümlich "an Fränzl")

Text Constitution

  • "huj:": sic!
  • "nicht zu":
  • "un": crossed out.
  • "zu laßen und es der Zeit dem Beweis": crossed out.
  • "es":
  • "und es im … Ueberzeugung der Zeit": Addition in the margin.
  • "beruhigenden":
  • "den":
  • "sich":
  • "glaubenden":
  • "könnte":
  • "von": crossed out.
  • "als":
  • "zuzutrauen": "zu denken" crossed out.
  • "wohl auch einen": crossed out.
  • "wolle, ich bin mir": crossed out.
  • "ich":
  • "allenfalls": crossed out.
  • "bitte": crossed out.
  • "ersuche":
  • "": "es" crossed out.
  • "ich":
  • "genug":
  • "ist einer": crossed out.
  • " es also?": "das" crossed out.
  • "es dann auch": Addition in the margin.
  • "auch": crossed out.
  • "auch": crossed out.
  • "Zeit":
  • "Zeit": crossed out.
  • "Tageweise": Addition in the margin.
  • "belegen": "beweisen" crossed out.
  • "es":
  • "|: Michaeli 1816 Abgang von Prag :|": Addition in the margin.
  • "zunächst": Addition in the margin.
  • "angefangene": Addition in the margin.
  • "bin": crossed out.
  • "Ich": "Endlich" crossed out.
  • "ich": crossed out.
  • "Epoche": "Zeit" crossed out.
  • "Ungewißheit": "Unruhe" crossed out.
  • "knüpfte": "feyerte" crossed out.
  • "1818": Addition in the margin.
  • "Endlich": crossed out.
  • "nahm": crossed out.
  • "1stens":
  • "4": "2" overwritten.
  • "geht": "ist" overwritten.
  • "hervor":
  • "Vielleicht wird die alles tilgende Zeit es dahin bringen daß auch Ihr Anblik mir weniger schmerzlich sein wird, als ich es jezt noch glaube denn ich wiederhole es daß ich": "Verzeihen auch Sie meine Aufrichtigkeit wenn ich Ihnen gestehe daß Ihr Anblik mir immer schmerzlich sein wird, obwohl ich" crossed out.

Commentary

  • "… so sehen gelernt haben müße": Webers Artikel über F. A. Fescas “Tondichtungsweise” in der AmZ ist zu entnehmen, dass er sich 1816 verpflichtet hatte, dessen Quartette und Quintette für die AmZ zu rezensieren, in den Briefen an Rochlitz vom 20. Februar 1817, an C. A. Fesca vom 27. Februar 1817 sowie an Caroline Brandt vom 10. Juli 1817 ist (wie auch in diesem Brief w. u.) lediglich von dessen Quartetten die Rede. Die entsprechende Bitte von C. A. Fesca vom 20. September 1816 hatte Weber laut Tagebuch am 27. September d. J. erhalten. Um welche Werke es sich genau handelte, bleibt unklar; die bei Pierre Mechetti in Wien erschienenen Trois Quatuors op. 1 (VN: 345) waren bereits zuvor in der AmZ gewürdigt worden waren (Jg. 18, Nr. 13 vom 27. März 1816, Sp. 206-208). Auch zu den Trois Quatuors op. 3 (Wien: Mechetti, VN: 460) erschien dort noch 1817 eine Besprechung (Jg. 19, Nr. 26 vom 25. Juni 1817, Sp. 443-447). Infrage kämen evtl. folgende zur Ostermesse 1817 im HbmL angezeigten Kompositionen: die Trois Quatuors op. 2 (Wien: Mechetti, VN: 420), das Grand Quatuor op. 4 (Wien: Steiner, VN: 2473), die Potpourris für Streichquartett op. 6 und 11 (Wien: Mechetti, VN: 530 bzw. Leipzig: Peters), die Deux Quatuors op. 7 (Leipzig: Peters, VN: 1292) sowie die Quintette op. 8 und 9 (Leipzig: Peters, VN: 1303 bzw. 1331). Da Weber nachfolgend von “Partituren” der Werke spricht, lagen ihm wohl nicht die Stimmen-Erstdrucke, sondern handschriftliche Exemplare vor, auf deren Rücksendung Fesca wartete. C. A. Fesca hatte Weber in seinem hier genannten Brief vom 13. Juni 1818 aufgrund der noch immer nicht erschienenen Rezension vorgeworfen, das Schaffen seines Bruders “unterdrükken zu wollen” (vgl. Webers Brief an Rochlitz vom 30. Juni 1818).
  • "… ein einziges meiner Werke angezeigt": Besprechung der Hymne in AmZ, Jg. 19, Nr. 40 (1. Oktober 1817), Sp. 681-686
  • "… Aufsazze über Ihren H: Bruder": Der Aufsatz war keineswegs schon geschrieben; Weber begann damit laut Tagebuch erst zwei Wochen später, am 17. Juli, und beendete ihn am 24. Juli.
  • "… angefangene und bezahlte Arbeiten schuldig": Die per Vertrag vom 5. August 1814 an Schlesinger verkaufte Klaviersonate op. 39 erhielt dieser laut Tagebuch erst am 6. November 1816, das Divertimento op. 38 übersandte Weber laut Tagebuch sogar erst am 27. Oktober 1817. Für das vom Verleger nicht angenommene Harmonichord-Concertino wurde erst am 26. August 1819 ein Ersatz geliefert, wie wiederum das Tagebuch ausweist.
  • "… nach Berlin gab kein Concert": Weber wirkte bei seinem Berlin-Aufenthalt vom 13. Oktober 1816 bis 12. Januar 1817 tatsächlich lediglich im Konzert von Caroline Seidler am 7. November im Schauspielhaus mit, gab aber kein eigenes Konzert.
  • "… auf Urlaub nach Italien gegangen": Morlacchi verließ Dresden im September 1817 und kehrte im Juni 1818 aus Italien zurück; zur Abreise vgl. Webers Brief vom 12. September 1817, zur Rückkehr am 25. Juni 1818 die Notiz in der AmZ, Jg. 20, Nr. 29 (22. Juli 1818), Sp. 530.
  • "… allein. Zahllose Gastrollen drängten sich": Am Dresdner Hoftheater gab es während Morlacchis Abwesenheit zahlreiche Gastrollen im Schauspiel, wesentlich seltener allerdings im Musiktheaterbereich, für den Weber zuständig war. Dort gastierten bis Juni 1818 lediglich Eduard Delcher (16. und 22. Mai 1818) und Friedrich Gerstäcker (8., 13., 17. und 20. Juni 1818); außerdem gab es 1818 einige konzertante Musikdarbietungen im Rahmen von Theaterabenden: von C. Kreutzer (7. März), Franz Conradi (26. März) sowie Elisabeth Coda (3. Mai).
  • "… für die Welt zu geben": Weber hatte nach der bereits genannten Festa teatrale L’Accoglienza an “Dienstkompositionen”, zu denen er als Hofkapellmeister bzw. Leiter des deutschen Hoftheaterdepartements quasi verpflichtet war, einen Chor zum Festspiel Der Weinberg an der Elbe, einen Geburtstags-Chor für Prinz Maximilian, eine Einlage zu Das Dorf im Gebirge sowie Schauspielmusiken zu Die Ahnfrau, Donna Diana, Das Nachtlager in Granada, Das Turnier von Kronstein oder Die drei Wahrzeichen, Das Haus Anglade und Der Tod Heinrichs IV. geschaffen.
  • "… eines seiner Werke zu geben": Weber meint hier ausdrücklich seine Opern, nicht die kleineren Schauspiel- bzw. Festspielmusiken, von denen mehrere in Dresden aufgeführt wurden.
  • "… Verleger angefangene Werke schuldig ist": Weber hatte am 10. Januar 1817 einen Vertrag über die Drucklegung mehrerer Werke mit Schlesinger abgeschlossen, die bis zum 1. März 1817 beim Verlag hätten vorliegen sollen; davon schuldete er dem Verleger zu diesem Zeitpunkt noch das Trio op. 63 und die Huit Pièces op. 60.
  • "… erwartete Oper nicht anfangen konnte": Weber hatte bis zu diesem Zeitpunkt erst wenige Nummern des Freischütz entworfen: das Duett Nr. 6 (Juli 1817), das Terzett Nr. 2 und die Arie Nr. 8 (beide August 1817) und die Arie Nr. 3 (April 1818), dann folgte eine längere Pause in der Arbeit bis März 1819; vgl. WeGA, Serie III, Bd. 5b, S. 468f.

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