Wolf Adolph August Freiherr von Lüttichau an Ignaz Franz Edler von Mosel in Wien
Dresden, Mittwoch, 11. Januar 1826

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Hochwohlgebohren
Hochgeehrtester Herr Hofrath

E: Hochwohlgebohren haben mir während meines Aufenthaltes in Wien im Monat May v. J. so viele Freundschaft und Güte bewießen, daß ich nur mit der größten Dankbarkeit mich dessen errinnern kann, und schon immer das Verlangen gehabt habe, mich durch einige Zeilen Ihnen wieder in’s Gedächtniß zurück zu rufen. Gegenwärtig habe ich noch einen Grund mehr dazu, und zwar wage ich es Sie sogar mit einem Auftrage zu belästigen, und Ihre Güte mit der That in Anspruch zu nehmen. Ihro Majestät meine allergnädigste Königinn wünscht ein Fortepiano von Wien, und hat mich beauftrag es ihr von dort her zu besorgen; dürffte ich nun wohl hoffen, daß Sie Sich dieser Angelegenheit gütigst unterziehen wollten; es liegt mir sehr daran, ein recht vorzügliches Instrument für Ihro Majestät zu bekommen, und wer könnte dies besser aussuchen und besorgen als Sie verehrtester Herr Hofrath; darf ich nur um wenig Zeilen bitten, ob Sie die Güte haben wollen, die Besorgung davon zu übernehmen? Die Wahl des Preißes, würde ich lediglich Ihrem Ermessen anheim geben; wir haben hier von Brodmann einige recht gute Wiener Fortepiano’s; unser Maria v Weber, der sich Ihnen zugleich empfiehlt, rühmt sehr die von Stein, und ich errinnere mich noch durch Ihre Güte, der Instrumente von Graf, dessen Werkstatt wir damals zusammen besuchten; das Äußere kann einfach, doch geschmackvoll, und muß von Mahagoni seyn; spätestens gegen Ende April d. J. möchte es jedoch hier eintreffen, damit Ihro Majestät die Königinn es den 1t May in Pillnitz, wohin sich der Hof im Sommer begiebt, finden kann. Ich würde es Ihnen aufrichtig Dank wißen, und es als einen großen Beweiß Ihrer fortdauernden mir so schätzbaren Freundschafft erkennen, und sehe einer baldigen Antwort entgegen.

Hofrath Tiek erinnert sich ebenfalls sehr Ihrer freundlichen Güte, und empfiehlt sich angelegentlichst; beyliegenden Brief bitte ich an den Herrn Grafen Dietrichstein gefälligst abzugeben, und die Versicherung der ausgezeichnetsten Hochachtung zu genehmigen, mit welcher ich die Ehre habe zu seyn
E: Hochwohlgebohren
ganz ergebenster Dr.
von Lüttichau
.

P. S.
Ihrer Frau Gemahlinn empfehle ich mich
zu fernerem freundlichen Andenken.

Apparat

Zusammenfassung

erinnert sich dankbar an Kontakt in Wien im Mai 1825; bittet ihn, für die Königin ein Wiener Fortepiano zu besorgen; bisher seien einige gute Brodmanns in Dresden vorhanden, Weber rühme die von Stein; er selbst erinnere sich an Instrumente von Graf; grüßt von Tieck und bittet Dietrichstein zu grüßen

Incipit

E: Hochwohlgebohren haben mir während meines Aufenthaltes in Wien

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Wien (A), Österreichische Nationalbibliothek, Musiksammlung (A-Wn)
    Signatur: 112/67-1

    Quellenbeschreibung

    • 1 DBl. (2 b. S. o. Adr.)

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