Giacomo Meyerbeer an Friedrich Wilhelm Jähns in Berlin
Berlin, Montag, 23. März 1846

Sr Wohlgeboren

Herrn F. W. Jähns, Musiklehrer

und Componist

Hierselbst

an der Spittelbrücke N. 3.

Gehrter Herr!

Ew. Wohlgeboren sage ich hiermit den herzlichsten Dank für die gütige Uebersendung der Sonate*, welche Sie so freundlich waren mir zu dediciren.     Doppelt dankbar würde ich Ihnen seyn, wenn Sie die Güte haben wollten, mich das Werk durch Ihren eigenen Vortrag näher kennen lernen zu lassen, indem der Autor doch immer der beste Dollmetscher seiner Composition ist. Sollte es Ihnen genehm seyn, mich zu diesem Zwecke im Laufe der nächsten Woche etwa Montag oder Dienstag gegen zwei Uhr mit Ihrem Besuche zu erfreuen, so würde ich Sie mit vielem Vergnügen empfangen.

Mit vorzüglicher Hochachtung verbleibe ichEw. Wohlgeboren
ergebener
Meyerbeer

Apparat

Zusammenfassung

dankt für eine ihm gewidmete Sonate und bittet J. sie ihm vorzuspielen

Incipit

Ew. Wohlgeboren sage ich hiermit den herzlichsten Dank

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  1. Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: Mus.ep. G. Meyerbeer 81

    Quellenbeschreibung

    • 1 DBl. (2 b. S. einschl. Adr.), Siegel
    • Niederschrift von fremder Hand (Diktat) mit e. U.
    • auf Bl. 2v (Adressenseite) quer zur Schriftrichtung von Jähns (Tinte): "Meyerbeer.| 23. März. 46."

    Provenienz

    • Antiquariat V. A. Heck, Wien, Liste 191, S. 10, Nr. 96

Textkonstitution

  • „Dollmetscher“sic!

Einzelstellenerläuterung

  • „… die gütige Uebersendung der Sonate“Jähns widmete Meyerbeer seine Grande Sonate pour Piano et Violon op. 32, erschienen 1845 bei Haslinger in Wien (VN: 9812). Wohl das von Jähns übersandte Widmungsexemplar befand sich bis zum Zweiten Weltkrieg im Meyerbeer-Nachlass in der Berliner Staatsbibliothek (Signatur: Mb 418) und ist seitdem verschollen (wohl vernichtet).

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