Carl Maria von Weber an Karl Graf von Brühl in Berlin
Dresden, Donnerstag, 6. Februar 1823

Hochgebohren
Hochzuverehrendster Herr Graf!

Obwohl ich die Ueberzeugung habe daß Hochdieselben einem so trefflichen Künstler wie der Ueberreicher dieser Zeilen, Herrn Fürstenau, auch ohne alle Vorbitte, Ihren Schutz und Theilnahme nicht versagen werden, Kann ich doch nicht umhin, seinem Wunsche zu genügen, indem ich mich unterstehe Ihn noch besonders Ihrer Güte zu empfehlen.

Ich benuzze zugleich die Gelegenheit E: Hochgebohren eine traurige Nachricht mitzutheilen, die unter weniger glüklicher Wendung der Folgen, gewiß Sie auch schmerzlichst berührt haben würde. unsern guten Böttiger hat vor 2 Tagen der Schlag getroffen. zu seinem Glük hielt ihn ein Besuch auf, als er eben ausgehen wollte, und dieser Verzögerung hat er sein Leben zu danken, da im Hause gleich alle Hülfsmittel angewendet* werden konnten. Er ist für jezt außer Gefahr, und ohne alle Lähmung, oder dergl: geblieben. Es war ein Nervenschlag. aber – ich fürchte sehr für die Wiederholung. –

Unsre Bühne und Kapelle verliehrt Polledro, Funk und Willmann. Wir suchen uns aber darüber zu trösten.

Genehmigen hochdieselben die Ausdrükke der vollkomensten  Hochachtung mit welcher ich zu sein die Ehre habe
E: Hochgebohren herzlichst ergebener
CMvWeber

Apparat

Zusammenfassung

Empfehlungsschreiben für Fürstenau; teilt Brühl mit, dass Böttiger vom Schlag getroffen wurde; erwähnt Abgänge von der Dresdner Bühne;

Incipit

Obwohl ich die Ueberzeugung habe daß Hochdieselben

Generalvermerk

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Joachim Veit

Überlieferung

Textzeuge

Dresden (D), Sächsische Landesbibliothek – Staats– und Universitätsbibliothek Dresden, Musikabteilung (D-Dl)
Signatur: Mscr. Dresd. App. 514 A, 2343

Quellenbeschreibung

  • 1 DBl. (1 b. S. o. Adr.)

Textkonstitution

    Einzelstellenerläuterung

    • "angewendet": auch lesbar als: angewandt

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