Carl Maria von Weber an Karl Graf von Brühl
Dresden, Donnerstag, 4. Dezember 1823

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Hochgeborener Herr Graf!
Innigst verehrter Herr und Freund!

Wie schmerzlich ist es mir, unsere erneute Korrespondenz mit einer Verneinung beginnen zu müssen. Bereits unterm 27t 9br habe ich leider dasselbe an den talentvollen Michael Beer schreiben müssen. Meine Liebe zu dem trefflichen Hause hat es mir recht schwer gemacht, dieß auszusprechen. Aber wenn ich auch nicht in Anschlag bringen wollte daß ich achtbarerer Dichter ähnliche Wünsche ablehnen mußte, so werden Ew. Hochgeboren gewiß selbst Entschuldigung für mich finden, wenn ich Ihnen sage, daß Morlachi abwesend und Schubert krank ist, daß ich daher deutsche und ital: Opern, Kirchen- und Hofdienst allein versehen muß, und buchstäblichst von früh 9 Uhr bis Abends im Geschäft sizze.      Wie lange ich das aushalten kann, wird sich zeigen; ich tue meine Pflicht so lange es meine Gesundheit aushält, ohne zu Murren.

Euryanthe liegt fertig zum Absenden an Ew. Hochgeboren bereit. Darf ich wißen, wenn Sie die Aufführung bestimmt haben?      Wenn gleich ich es fast für unmöglich halte, daß ein Werk enthusiastischer aufgenommen werden könne, als es bei den 4 Vorstellungen, die ich in Wien sah, der Fall war, so bin ich doch überzeugt, daß diese Oper erst in Berlin recht in allen ihren Intentionen hervortreten wird.

Der Aufführung hier, die ich bis zu den Theaterproben vor-|bereitet hatte, tritt nun die Schwangerschaft der Devrient in den Weg, die nicht mehr den Mut hat die Rolle zu spielen, wie sie gespielt sein soll, da es mancherley hinzustürzen pp giebt.

Genehmigen Ew. Hochgeboren die Ausdrükke der vollkommensten Hochachtung und herzlichsten Ergebenheit, mit welchen ich die Ehre habe zu seyn Ew. Hochgeboren
ergebenster Freund und
Diener
C. M. von Weber.

Apparat

Zusammenfassung

er mußte Beers Bitte, etwas für ihn zu komponieren, wegen Arbeitsüberlastung ablehnen; betr. Auff. der Euryanthe in Berlin, fragt nach geplantem Termin; Dresdner Auff. müsse wegen Schwangerschaft der Devrient verschoben werden;

Incipit

Wie schmerzlich ist es mir, unsere erneute

Generalvermerk

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz, Joachim Veit

Überlieferung

Textzeuge

Autograph in Privatbesitz

Quellenbeschreibung

  • 1 Bl. m. 2 b. S.; Adressenblatt fehlt

Überlieferung

  • Stargardt, Kat. 706 (13./14. März 2018), Nr. 623 (S. 264)
  • Schneider/Tutzing Kat. 170 (1972), Nr. 371
Weitere Textquellen
  • Brühl, S. 39–40 (Nr. 37)

Textzeuge

Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (D-B)
Signatur: Weberiana Cl. II B, 1. a., Nr. 35, S. 37–38

Quellenbeschreibung

  • Kopie von Ida Jähns

Textkonstitution

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