Caroline von Weber an Wilhelm Beer in Berlin
Dresden, Dienstag, 16. August 1842

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Verehrter Freund!

Ich habe sehr um Verzeihung zu bitten daß ich mir die Freyheit nehme einliegende Briefe an Sie zu addreßieren, mit der Bitte sie so bald als möglich an den jetzigen Aufendhaltsort der Mad. Meyerbeer, welchen ich leider nicht kenne, abgehen zu laßen. Ohne Ihre Güte würden sie wohl etwas in der Irre herum wandern müßen. Ich habe den Brief an Ihre Frau Schwägerin nicht gesiegeld weil ich wünsche Sie mögten ihn vor seinen Abgang lesen, und daraus den Stant der Angelegenheit sehen, für welche Sie sich ja immer so freundlich intereßiert haben. Gewiß werden Sie mit mir das Schwinden jeder Hoffnung auf einen glücklichen Erfolg beklagen. - Noch habe ich Ihnen, verehrter Freund, hinzuzufügen daß es sich von selbst versteht, daß Ihr Herr | Bruder unter diesen Umständen jeden Augenblick über das bey mir deponierte Geld zu verfügen hat.

Aber noch habe ich eine herzliche Bitte an Sie, und Ihre geehrte Gattin zu richten, die ich gern Ihnen recht ans Herz legen mögte. Die junge Dame an welche einliegende beide Briefe gerichtet sind, lebt jetzt bey Mad. Moßon als Gesellschafterin. Sie ist eine meiner liebsten jungen Freundinnen, ein Mädchen von den besten, liebenswürdigsten Charakter, welche sich aus Liebe zu ihrer Mutter, um die in ihrer beschränkten Lage zu unterstützen, mit schweren Herz entschloßen hat ihr Glück unter Fremden zu suchen. Sie ist aus einer ganz guten Familie, aber ihr Vater, welcher Komandant auf dem Königstein war, konnte seiner Gattin und 4 Kindern nichts hinterlaßen als eine gute Erziehung und einen geachteten Namen |

Diese, meine liebe Clementine, wird den Winter wieder mit Mad. Moßon nach Berlin komen und ich empfehle Sie herzlich der Theilnahme Ihres Hauses. Sie sind ja alle so gut, und werden gewiß dem armen Mädchen nicht fühlen laßen daß ein trauriges Schicksal sie in diese Stellung hinab steigen lies. Doch ich hoffe wenn Sie sich herablaßen das gute Kind kennen zu lernen wird sie sich ihrer Theilnahme zu erfreuen haben.

Entpfehlen Sie [m]ich aufs angelegendlichste Ihrer verehrten Mutter und Gattin, und erhalten ferner Ihre FreundschaftIhrer
Carolina von Weber

Apparat

Zusammenfassung

empfiehlt Meyerbeer und seiner Frau die Überbringerin, eine Freundin Clementine, die mit Mad. Mosson nach Berlin kommen werde

Incipit

Ich habe sehr um Verzeihung zu bitten daß ich mir die Freyheit

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz

Überlieferung

  • Textzeuge: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: N. Mus. Nachl. 97, J/27

    Quellenbeschreibung

    • 1 DBl. (3 b.S. o.Adr.)

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