Carl Maria von Weber an Hinrich Lichtenstein in Berlin
Dresden, Freitag, 3. Februar 1826

Dem Herrn Profeßor,

Dr: Hinrich Lichtenstein

Direktor des zoologischen

Museums pp

zu

Berlin

[von Weber selbst mit Bleistift ergänzt:] via Leipzig

Geliebter Bruder!

Ich komme dir einen AbschiedsBesuch zu machen. d: 15t will ich in Gottesnamen meine Reise antreten. ich habe daher noch folgende Bitten an dich. Erstens mir die Briefe nach London die du mir mitgeben wolltest zu schikken. 2t Freund Logier, den ich herzlichst grüße ebenfalls daran zu errinnern. 3t H: Sekretär Zschukke auf verblümte Weise zu mahnen daß er mir das Honorar von 800 rh: worüber ich ihm schon unterm 10t Januar die Quittung sandte*, zuschikt. ich brauche es zur Reise, und finde überhaupt schon die Prozedur sonderbar sich die Quittung voraus schikken zu laßen.

Meine Händel mit Castil Blaze sind doch endlich öffentlich geworden, und meine Briefe an ihn in französ: Blättern abgedrukt*.

an Schleßinger habe ich schon unterm 23t Jan: geschrieben, und ihm den Oberon überlaßen. er antwortet mir nicht*. was stekt dahinter? du würdest mich sehr verpflichten auch darüber Notiz einzuholen. Verzeihe lieber Bruder daß ich dir wieder so viel aufpakke, aber die Zeit drängt; und ich weiß vor Arbeit nicht wo mir der Kopf steht.       Frau und Kinder sind wohl. mein Husten beßert sich. dafür nimmt eine fatale Engbrüstigkeit zu. –

Alles Erdenkliche an deine liebe Frau, und die Freunde. Ewig dein
Weber

Apparat

Zusammenfassung

Abschiedsbrief vor Londonreise; bittet um Briefe nach London u. einige Kommissionen: Mahnung an Logier (wegen Briefen nach L.), Honorar für Euryanthe; er soll sich bei Schlesinger nach ausbleibender Antwort erkundigen (wegen Oberon); erwähnt Castil-Blaze-Geschichte u. seine Krankheit;

Incipit

Ich komme dir meinen AbschiedsBesuch zu machen

Generalvermerk

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz, Joachim Veit

Überlieferung

Textzeuge

Leipzig (D), Leipziger Stadtbibliothek – Musikbibliothek (D-LEm)
Signatur: PB 37 (Nr. 79)

Quellenbeschreibung

  • 1 Bl. (2 b.S. einschl. Adr.)
  • Papiersiegelrest, durch Ein- und Abrisse beschädigt, aber ohne Textverlust
  • PSt: DRESDEN 3. Feb. 26.
Weitere Textquellen
  • ED: Rudorff (Lichtenstein) 1899, S. 393; 1900, S. 245–246

Textkonstitution

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