Carl Maria von Weber an Johann Baptist Gänsbacher in Prag (mit Nachschrift von Gottfried Weber vom 3. März 1811)
Würzburg, Mittwoch, 27. Februar 1811

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[von Webers Hand:] S: Wohlgebohren

dem Herrn Triole

durch Güte.

an Triole.

Endlich nach langem Harren ein Brief von dir. ich mag keine Vorwürfe wiederhohlen, denn du wirst aus unserm lezten General Schreiben jezt schon sehen wie wir um dich besorgt waren. Es ist durchaus nothwendig, daß du auf so wichtige Briefe, als der worinn die St: waren* umgehend antworten must, und wäre es auch nichts als die Anzeige des Empfangs. nun zur Beantwortung deines Briefes. was du vom Anfang deines Briefes von unsrer Sache sprichst, verstehe ich nicht recht, meinst du unsre projektirte Musik: Zeitung* oder den V: bey den Worten – „unser Projekt betreffend habe ich mit einigen von weitem gesprochen, man glaubt daß die Sache mit zu vielen Schwierigkeiten verbunden wäre um es lange fortzusezzen pp[] das verstehe ich nicht, – aber so viel bin ich überzeugt daß nichts uns aufhalten, oder trennen kann. – durch Treitschke und Kanne mittelbar durch dich zu wirken, bin ich sehr wohl zufrieden, aber unmittelbar Sie zu uns zu ziehen, verwerfe ich durchaus, besonders nach denen Ansichten die du selbst davon aufstellst, und auch weil ich selbst und Giusto in directe Correspondenz z: B: mit Castelli der das Theater Journal* herausgiebt treten werden. deine Notiz über die Vestalin steht in der Eleganten Z: vom 31t Januar, unter dem Namen Trias und aus deinem lezten Brief mache ich einen kleinen Auszug ins Morgenblatt*, die Eisenstadter Präsente und neue Bestellung betreffend. deine 6 Lieder bey Kühnel, und die 4 Händ: Variation, sind durch mich und Philodikaios im Morgenblatt und der Musik: Z: angezeigt*. der erste Ton ist gestochen und das Klavier quartett*. Schikke deine Briefe an mich, alle an Giusto, durch den bekomme ich Sie am schnellsten, und so ist er auch immer von dem nothwendigen unterrichtet. Schreibe hübsch viel über den KunstZustand in Prag, damit wir es benuzzen können.

Ewig dein treuster Bruder
Melos.

Lieber Bruder, Dank Dir für deine 2 Brief* v. 6 [und] 23 Febr. den Brief an die bewuste Sängerin* habe ich abgegeben an ihren Vater, sie ist auf Urlaub verreiset, übrigens erst vor kurzem wieder hier auf neue 4 – 6 jahre engagirt worden.

Von Alpha wird ehrstens eine Prager Notiz in der Eleg.* u von Triole eine Wiener im Archiv f. Litt u Kunst* erscheinen.

Leb wohl lieber, ein ander Mal mehr; dies sey nur ein GeschäftsBrief u folglich nur ein Skelett. Schike mir nur fleißig intereßante Notizen über vorstehendes, auch wenn es nicht gerade musicalisch ist. durch diese Varietät empfiehlt man sich den Redactoren.

Wenn die Herrn Kanne und Treitschke nur für dortige inländische Blätter schreiben, so sind sie uns nur zu Deinen Gunsten Brauchbar, u da wir sie nicht kennen u folgl. nicht auf sie influiren können – nichts für uns. Gelegentlich schike deinen Beytrag zur Kaße*.

Leb wohl
August Burruddussussussu, SiveSeraphine von Bloksberg*.

Apparat

Zusammenfassung

Vereinsschreiben; bittet ihn dringend um Antwort u. Aufklärung über unklare Bemerkungen; Kanne u. Treitschke sollten nicht ins unmittelbare Vertrauen gezogen werden; über Aufsätze der Brüder u. deren Bearbeitung in verschiedenen Journalen; mit Nachschrift Gottfried Webers vom 3. März

Incipit

Endlich nach langem Harren ein Brief von Dir

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Wien (D), Gesellschaft der Musikfreunde, Archiv (A-Wgm)
    Signatur: Weber an Gänsbacher 9

    Quellenbeschreibung

    • 1 Bl. (2 b.S. einschl. Adr.)
    • Kopie der Nachschrift von Gottfried Weber von Ida Jähns in: Weberiana Cl. II B, 1. e., zu Nr. 9, S. 125

Textkonstitution

  • „uns“über der Zeile hinzugefügt.
  • „unter dem Namen Triasüber der Zeile hinzugefügt.
  • „ich“über der Zeile hinzugefügt.
  • „Schike mir nur … sich den Redactoren.“über der Zeile hinzugefügt.

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