Carl Maria von Weber an Friederike Koch in Berlin
Prag, Samstag, 27. April 1816

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Liebe Freundin

In Eile nur wenige Worte. tief ergriffen haben mich Ihre Trauerbothschaften*. so verwelkt alles um mich her, und mir schaudert oft davor in B: so manches zu vermißen. Alle Jahre raubt mir das Schiksal eines der mir theuren Wesen. Schreiben Sie mir doch wie, wo, warum das alles so kam.

Ich habe in einigen Worten den trefflichen Jordans meine Theilnahme auszusprechen gesucht, aber freylich sieht das alles so kalt aus, und komt doch bey Gott aus dem theilnehmendsten Gefühl. Wenn ich nach Berlin komme, hoffe ich den guten Eltern zu zeigen, daß mir auch jezt noch ihr Haus theuer ist, und daß ich mit meinen Freunden gerne Ihre Schmerzen theile.

Durch den KapellMster Hummel aus Wien werde ich Ihnen ein MiniaturGemälde von mir schikken* darnach kann nun gezeichnet oder gestochen werden.      Ich hoffe daß die Welt es wißen wird daß ich schreiben kann, auch wenn es nicht so gestochen ist*.

Die Kantate ist anfangs dieses Monates schon directe an S. Majestät abgegangen was ich auch dem Grafen Brühl angezeigt habe.      auch an Lord Roose habe ich schon alles gesendet.      An Gubitz pp alles Schöne. Nächstens ein Mehreres von Ihrem treuen Freund Weber

Apparat

Zusammenfassung

gibt seiner Trauer über den Tod von Henriette Jordan Ausdruck; werde durch Hummel ein Miniaturgemälde seiner selbst nach Berlin überbringen lassen; teilt mit, dass er die Sieges-Kantate bereits an den König sowie den engl. Gesandten geschickt habe

Incipit

In Eile nur wenige Worte. Tief ergriffen haben mich

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: Weberiana Cl. II A e, 13

    Quellenbeschreibung

    • 1 Bl. (1 b. S. o. Adr.)

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Virneisel/Hausswald, S. 80

    Einzelstellenerläuterung

    • „… ergriffen haben mich Ihre Trauerbothschaften“Am 23. März 1816 war Henriette Jordan 23-jährig gestorben.
    • „… ein MiniaturGemälde von mir schikken“Vgl. auch den entsprechenden Vermerk im Tagebuch am 28. April 1816.
    • „… es nicht so gestochen ist“Vgl. dazu auch Webers Brief vom 2. April 1816 an F. Koch und Eveline Bartlitz, Eine vergessene Freundschaft – Miniatur zum Weber-Jubiläum 1986, in: Beiträge zur Musikwiss. Jg. 29, Heft 1 (1987), S. 72.

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